Uns droht eine beispiellose globale Krise - es ist höchste Zeit zu handeln!

Foto und Text: Marie-Claire Graf

Die wissenschaftlichen Fakten sind eindeutig: Durch Klimakatastrophe und Artensterben stehen unsere Ökosysteme weltweit kurz vor dem Zusammenbruch. Uns bleibt nur noch sehr wenig Zeit, um die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen zu stoppen. Wenn wir scheitern, wird unsere Zukunft und die unserer Kinder und Enkelkinder aus Leid, Hunger, Flucht und Tod bestehen.

Man muss nicht Expert_in sein, um zu verstehen, dass höchste Alarmstufe ausgerufen werden muss.
Passiert ist fast nichts und die Regierungen der Welt bleiben seit Jahrzehnten untätig, obwohl sie die Fakten kennen.

Wir haben genug von passiven Entscheidungstragenden, denen unsere Zukunft egal ist.
Wir können nicht länger warten, die Zeit rennt davon.
Wir haben ein Recht auf eine lebenswerte und gesunde Zukunft!

Zu lange haben wir gewartet und auf ein Wunder gehofft, das nicht eingetreten ist.
Zu lange haben wir an Individuen appelliert, ihren Lebensstil zu ändern. Das kann die Krise nicht lösen.
Zu lange haben wir die wissenschaftlichen Fakten ignoriert, was verheerende Folgen hat.

Nun haben wir uns vereint. Überall auf der Welt, auf allen Kontinenten und in über 100 Ländern haben sich mehrere 100'000 Kinder und Jugendliche zusammengeschlossen und sind auf die Strasse gegangen. Was uns verbindet, ist die Angst vor einer Klimakrise und der Frust über die Passivität der Entscheidungsträger. Unsere Nachricht ist klar - hört auf die Wissenschaft! Sie sagt, dass wir uns in einer existenziellen Krise befinden und dass wir nur noch wenige Monate Zeit haben, diese Krise zu bewältigen.

Auch in der Schweiz sind seit dem 14. Dezember 2018 Zehntausende regelmässig auf die Strasse gegangen und haben gewaltfrei, lautstark, bunt, aber bestimmt gestreikt und demonstriert.

1. Wir fordern, dass die Schweiz den nationalen Klimanotstand ausruft: “Die Schweiz anerkennt die Klimakatastrophe als zu bewältigende Krise. Sie hat folglich auf diese Krise zu reagieren und die Gesellschaft kompetent darüber zu informieren.”

2. Wir fordern, dass die Schweiz bis 2030 im Inland netto 0 Treibhausgasemissionen ohne Einplanung von Kompensationstechnologien verursacht.
Die netto Treibhausgasemissionen müssen zwischen dem 1.1.2020 und dem 1.1.2024 um mindestens 13 % pro Jahr und danach um mindestens 8 % pro Jahr sinken bis 1.1.2030. Alle Anteile verstehen sich in Bezug zu den Emissionen von 2018.

3. Wir fordern Klimagerechtigkeit. Klimagerechtigkeit ist ein normatives Konzept und Teil der Umweltgerechtigkeit, das den gegenwärtigen anthropogenen Klimawandel als ein ethisches und politisches Problem betrachtet, anstatt lediglich als eine Umwelt- und eine technische Herausforderung.

Falls diesen Forderungen im aktuellen System nicht nachgekommen werden kann, braucht es einen Systemwandel.

Wir streiken und demonstrieren nicht, weil wir nichts Besseres zu tun haben. Wir streiken, weil es um unser Leben und das der zukünftigen Generationen geht. Es geht um das Überleben von ganzen Ökosystemen und Spezies.

Wir streiken nicht nur, wir engagieren uns auch in konstruktiven Gesprächen mit z.B. der Politik, Firmen und Schulen.

Wir trafen uns zum Austausch mit Frau Bundesrätin Sommaruga, um unsere Forderungen und Ideen, wie die Schweiz die Klimakrise bekämpfen kann, einzubringen. Wir tauschen uns mit Parteien aus, die unsere Forderungen unterstützen. Da die Wahlen am 20. Oktober extrem wichtig sind, haben wir eine Klimacharta erstellt, wo Kandidierende Lösungen für unsere Forderungen einreichen können. Diese werden publiziert, um die Bevölkerung zu informieren. Weiter engagierten sich diverse Jugendorganisationen auf nationaler und internationaler Ebene für progressive Klimapolitik, wie z.B. die Swiss Youth for Climate.

Wir treffen uns mit kleineren und grösseren Firmen, um über ihre Verantwortung zu sprechen, und Lösungen zu diskutieren. BuyAware z.B. setzt sich durch transparente Information für nachhaltigen Konsum bei Elektronik ein und Real Food Systems klärt über unser Essen auf und unterstützt die Transformation der Ernährungsbranche.

Wir arbeiten zusammen mit Schulen und Universitäten, welche eine Vorbildfunktion einnehmen müssen. Der Klimastreik hat Forderungen an die Hochschulen ausgearbeitet, so auch die Sustainability Week Switzerland, die grösste studentische Nachhaltigkeitsbewegung der Schweiz, mit dem Ziel, zu informieren und zu inspirieren durch Anlässe, Hochschulen zum Handeln zu bewegen durch Forderungen und Lösungen und die Community durch das Netzwerk zu stärken. Die Sustainability Week Switzerland glaubt an die Kraft der jungen Menschen und unterstützt diese dabei, den Wandel voranzutreiben. Da die Sustainability Week Switzerland ein grosser Erfolg war, wird am Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York die Sustainability Week International gestartet.

Wir müssen uns global zusammenschliessen, um diesen positiven Wandel voranzutreiben.
Wir müssen imaginäre Limitierungen sowie starre Denkmuster durchbrechen, um einen noch nie dagewesenen Wandel zu vollbringen und zwar in den nächsten Monaten! Wir müssen alles daran setzen unsere Erde und die Menschheit vor dieser Katastrophe zu bewahren.

Es braucht uns alle. Am 20. September ist der 3. internationale Streik, wo erneut Millionen besorgte Menschen auf die Strasse gehen. In der Schweiz gibt es täglich schweizweit Aktionen bis zum 27. September. Am 28. September treffen wir uns alle in Bern, um ein klares Signal an die Politik senden.

Wäm sini Zuekunft?
Eusi Zuekunft!

Klimastreik Events: https://climatestrike.ch/events/
Klimastreik Wahlen: https://climatestrike.ch/elections/
Klimastreik Kilmacharta: https://klimacharta.ch
Swiss Youth for Climate: https://www.syfc.ch
Real Food Systems: https://realfoodsystems.org
Sustainability Week Switzerland: https://www.sustainabilityweek.ch
Sustainability Week International: https://sustainability-week.org