Einkauf

Ethischer Handel bei LUSH
Wir bei LUSH sind stolz auf unsere Kreativität, und das gilt nicht nur für unsere Produkte. Seit den Anfängen war es unser Ziel, nur die besten, sichersten und kostbarsten Zutaten für unsere Produkte zu verwenden.
 
Wenn man die besten Zutaten will, muss man selbst in die Welt hinausgehen und sie suchen. Unser engagiertes Einkaufsteam arbeitet unermüdlich daran, damit wir diese finden. Das erfordert eine Menge kreatives Denken für die Lösung von Problemen. Dazu zählen die Gewinnung der erlesensten ätherischen Öle und Absolues, der Kauf der besten natürlichen Rohstoffe sowie sicherer synthetischer Inhaltsstoffe. Auch um die Suche nach Alternativen zu Palmöl und den Gebrauch von 100% recycelter und recycelbarer Verpackung kümmert sich das Team.
 
Wir bei LUSH fühlen uns den Gemeinschaften und Regionen, aus denen wir unsere Inhaltsstoffe beziehen, sehr verbunden. Wir sind überzeugt, dass unsere Zutaten mit Respekt eingekauft werden müssen, um dabei die Umwelt zu schützen und das soziale Gefüge vor Ort zu stärken. Wir unterstützen Fair Trade und Community Trade Initiativen. Wir untersuchen, welche Auswirkungen unser Handel auf die Menschen und die Umwelt hat und treffen verantwortungsbewusste Entscheidungen, wo, von wem und wie wir Zutaten und Verpackungsmaterialien für unsere Produkte kaufen.
 
Ethische Grundlagen, die wir beim Einkauf berücksichtigen
• Arbeitsrecht – Gewerkschaften, kollektives Verhandeln, Gesundheit, Sicherheit, Freiheit bei Verträgen, faire Löhne, faire Arbeitszeiten, Diskriminierungsschutz, keine Kinderarbeit.
• Umwelt – Biologischer Anbau, Nachhaltigkeit, gefährdete Arten, Emissionen und Belastungen von Land und Wasser, Rohstoffnutzung, Energieeffizienz, keine Genmanipulation
• Tierschutz – keine Tierversuche für Inhaltsstoffe. Nur vegetarische Zutaten.
• Transport – Transportdistanz der Inhaltsstoffe, minimaler Einsatz von Luftfracht, verwendete Verpackungsmaterialien.
 
Wir kaufen...
• 1/6 der weltweiten Ernte von Orangenblüten Absolue, und zwar von kleinen Orangenhainen in Tunesien.
• 1/8 der weltweiten Menge an Neroliöl, von Hand geerntet von Bitterorangenbäumen in Tunesien.
• 1/10 des weltweit verkauften türkischen Rosen Absolues, gesammelt von nomadischen Roma.
• Das gesamte Benzoeharz aus fünf Dörfern der schwer zugänglichen Höhen im Norden Laos – eines der ärmsten Länder der Welt.
• Fair gehandelte Sheabutter, mit der wir 400 Frauen in abgelegenen Regionen Ghanas unterstützen.
• 55 Tonnen fair gehandelte Bio Kakaobutter aus Costa Rica und aus der Dominikanischen Republik.
• Knapp 1/5 des von Grossbritannien importierten Hennas, insgesamt rund 50 Tonnen.
• Das gesamte Sandelholzöl einer Insel im Südpazifik. Wir verhindern Entführungen, Mafiamethoden und Schmuggel nach Indien. Das Öl wird vom Stamm der Kanak aus nachhaltig gefällten Bäumen produziert.
• 1/3 der gesamten Ernte des besten Kamille blau Öls aus Ungarn.
• 150 Sträusse Blumen pro Woche oder 7.800 Sträusse pro Jahr und verwenden sie in unseren frischen Produkten.
• 25 Tonnen Bio-Obst und Bio-Gemüse pro Jahr, biologisch, traditionell und lokal angebaut.
 
Ausserdem stoppten wir bei LUSH die Verwendung von 250 Tonnen Palmöl pro Jahr und schützen Orang Utans und ihr bedrohtes Gebiet in den Regenwäldern Indonesiens.
 
Zulieferer, die wir unterstützen
Seit vielen Jahren verfolgen wir unsere eigene Richtlinie, möglichst alle Materialien direkt von den Produzenten zu kaufen, von den Bauern oder denen, die Rohstoffe weiterverarbeiten. Wir wollen genau wissen, wo unsere Rohstoffe herkommen. Das bedeutet, dass unser Einkaufsteam die ganze Welt bereist, Zulieferer besucht und die Leute kennenlernt, die von Anfang an involviert sind. Wir erfahren aus erster Hand, wie die Zutaten angebaut, geerntet, abgebaut und weiterverarbeitet werden. Das erlaubt es uns, die gesamte Zulieferkette besser zu verstehen. Woher stammen die Rohstoffe, wie werden sie produziert, welche Arbeit steckt dahinter, wie sehen die Auswirkungen auf die Umwelt aus und was beeinflusst die Kosten der Zutaten?
 
Dieser direkte Einkauf hilft uns, langjährige, ehrliche und produktive Beziehungen zu den Zulieferern einzugehen und garantiert uns ununterbrochenen Zugang zu qualitativ hochwertigen Materialien, die wir für unsere Produkte verwenden. Wir stellen sicher, dass unsere Zulieferer unsere Bedürfnisse und die unserer Kund_innen verstehen. Gleichzeitig lernen wir, die Bedürfnisse auf Seiten der Produzenten zu berücksichtigen.
 
Dadurch, dass wir direkt von Produzenten einkaufen, sind wir in der Lage, diese zu unterstützen – etwa durch Finanzierung nachhaltiger, zukunftsorientierter Projekte, die uns mit Stolz erfüllen.
 
Wenn unser Einkaufsteam nicht die Welt bereist und vor Ort arbeitet, liefert es regelmässig Nachrichten, Reportagen, Präsentationen und Informationen rund um
• die Rohmaterialien, die wir für unsere Produkte kaufen
• Fair Trade und Community Trade Projekte
• Listen unserer Zulieferer
• die Qualität und Verfügbarkeit unserer Inhaltsstoffe
• ihre Erfahrungen auf Einkaufstrips, die oftmals sehr herausfordernd sind!
 
Der Prozess entwickelt sich stets weiter, denn das Geschäft von LUSH wird immer grösser und wir bauen neue Beziehungen zu Zulieferern auf der ganzen Welt auf.
 
SLush Fund
 
Fairer Handel
Was ist fairer Handel?
Als LUSH 1996 gegründet wurde, wusste kaum jemand, wer die Dinge, die wir im Supermarkt kaufen, produziert oder anbaut. Zurecht waren viele Kund_innen besorgt, dass Kinderarbeit, schlechte Arbeitsbedingungen und Armut auf Seite der Produzenten an der Tagesordnung standen. Um dem entgegenzuwirken, etablierten zahlreiche Gruppen und Unternehmen auf der ganzen Welt direkten Handel ohne Zwischenstationen bei bestimmten Produkten – etwa Kaffee – um sicherzustellen, dass die Produzenten einen gerechten Preis bekommen und Kund_innen ihre Einkäufe guten Gewissens geniessen können. Aus diesen Gruppen entwickelte sich eine globale Bewegung, die die Idee von „Fair Trade“ etablierte. „Fair Trade“, also fairer Handel, bedeutet, dass man bei dem Handel das Wohl der kleinen Produzenten berücksichtigt, mit ihnen lange Handelsbeziehungen eingeht und sicherstellt, dass Kleinbauern in Entwicklungsländern genug verdienen und am globalen Wettbewerb teilnehmen können.
 
Aus der Idee des „Fair Trade“ machten unterschiedliche Unternehmen eine Norm, nach der sie Arbeitsbedingungen und die fairen Preise für Güter zertifizieren. Diese wird zum Beispiel durch festgelegte Mindestpreise sowie Prämien für Rohmaterialien erreicht. Fairer Handel hilft bei der Stabilisierung der Einkünfte zertifizierter Produzenten. Als Gegenleistung willigen die Bauern ein, für die Umwelt sichere Anbaumethoden zu verwenden, faire Arbeitsbedingungen zu schaffen und in ihre Dorfgemeinschaften zu investieren. Diese Handelsbeziehungen beruhen nicht nur auf der Zahlung eines fairen Preises, sondern auch auf Transparenz und Zuverlässigkeit.
 
Es gibt zahlreiche Zertifizierungsorganisationen, denen sich Produzenten anschliessen können, um eine Berechtigung zu erhalten, ihre Produkte als fair gehandelt bezeichnen zu dürfen. Die bekannteste unter diesen Organisationen ist Fairtrade International (FLO), welche das bekannte (grün und blau gefärbte) „Fairtrade Logo“ verwendet und die Rechte an der Handelsmarke „Fairtrade“ hält. Es gibt aber noch weitere Organisationen wie etwa die „Fair Trade Federation“ oder IMO, welche die „Fair For Life“ Zertifikate vergibt.
 
LUSH und fairer Handel
In den vergangenen zehn Jahren haben wir stets neue, sich vertiefende, direkte Beziehungen zu unseren Zulieferern und Produzenten aufgebaut. Das machen wir, um unseren Lieferanten vertrauen zu können und sicher zu stellen, dass die Arbeitsbedingungen optimal und unsere Preise fair sind. Wir sind sehr stolz darauf, dass uns dieser Prozess bei zahlreichen unserer Zutaten gelingt. Direkter Handel ist der Schlüssel.
 
Unternehmen und Organisationen, die diesbezüglich Zertifikate vergeben, sind in der Lage, geeignete Produzenten zu finden und den Kund_innen zu garantieren, dass diese fair behandelt werden. LUSH verwendet zahlreiche Inhaltsstoffe – viele von ihnen werden von den Zertifizierungsorganisationen nicht berücksichtigt. Das liegt entweder daran, dass unsere Inhaltsstoffe lokal angebaut werden, in Ländern welche von den Zertifizierungsorganisationen nicht abgedeckt oder nicht in Massen produziert werden, wodurch sie nicht in die Schemata dieser Gruppen fallen. Hierzu zählen bei LUSH momentan etwa unsere sicheren synthetischen Inhaltsstoffe. Es liegt uns am Herzen, starke, enge und vertrauensvolle Beziehungen zu unseren Zulieferern aufzubauen. Ein Logo zu verwenden, das zeigt, dass jemand anders unsere Lieferketten überprüft hat, kann sinnvoll sein, aber wir überprüfen das lieber selbst. Manche unserer Produzenten wollen nicht zertifiziert werden, oder sie verfügen nicht über die nötigen Strukturen, die von den Zertifizierungsorganisationen verlangt werden. Manche wollen die Zertifizierungsgebühren nicht bezahlen und das Geld anderweitig verwenden. Eine externe Zertifizierung muss zu dem Produzenten passen. Im Rahmen unserer vertrauensvollen Beziehungen werden wir unsere Zulieferer zu nichts zwingen.
 
Zertifizierung
Um das Logo einer der Zertifizierungsorganisationen nutzen zu dürfen, muss LUSH Lizenzhalter der einzelnen Gütesiegel werden. Unterschiedliche Lizenzgeber haben unterschiedliche Voraussetzungen bezüglich des Mindestanteils fair gehandelter Inhaltsstoffe, damit das fertige Produkt ein Siegel erhält. In manchen Fällen ist es so, dass nur dann ein Siegel vergeben wird, wenn sämtliche Materialien, die darin verwendet wurden, ausschliesslich das Siegel dieser einzelnen Gruppe tragen – und nicht das von anderen. Aufgrund der Vielzahl an Inhaltsstoffen in jedem unserer Produkte ist es fast unmöglich, dieses mit einem Fair Trade Logo zu versehen. Aber in unseren Inhaltsstoff-Listen können wir vermerken, welche einzelnen von ihnen zertifiziert sind. Da wir nicht die Rechte haben, die Handelsmarke „Fairtrade“ von Fairtrade International (FLO) zu verwenden, können wir den Begriff „Fairtrade“ nur für Inhaltsstoffe nutzen, die dieses Siegel haben. Alle weiteren, fair gehandelten Inhaltsstoffe in unseren Produkten versehen wir stattdessen mit dem Begriff „Fair Trade“ oder auf Deutsch „fair gehandelt“. Dieser Unterschied ist wichtig, da der Begriff „Fairtrade“ markenrechtlich geschützt ist. Die Bezeichnung Fair Trade fing bei Nahrungs- und Genussmitteln, wie etwa Tee und Kakao an. Die Verwendung der Bezeichnung im Bereich der Kosmetik hingegen ist neu und nicht alle Länder erkennen diese Bezeichnung an, also müssen fair gehandelte Kosmetika dort anders gekennzeichnet werden.
 
Wie es weitergeht
Unser Ziel ist es, die Handelsbeziehungen zu Zulieferern und Produzenten all unserer Inhaltsstoffe zu intensivieren. So können wir Kinderarbeit ausschliessen, faire Löhne, nachhaltige Anbaumethoden und gute Arbeitsbedingungen gewährleisten – und unsere Richtlinien gegen Tierversuche durchsetzen. Durch direkten Handel, gegenseitigen Respekt, regelmässige Besuche und durch den SLush Fund haben wir Wege gefunden, vertrauensvolle Partnerschaften aufzubauen und sicherzustellen, dass die Preise und Bedingungen richtig und gerecht sind. Wir sind ambitioniert und wissen, dass wir uns noch verbessern können. Es liegt noch viel Arbeit vor uns. Für uns ist es klar, dass die Prinzipien des fairen Handels der einzige Weg ist, den wir gehen wollen. Wir glauben, dass es richtig ist, wirkungsvolle, frische, handgemachte Kosmetik zu produzieren, die nur aus den besten Zutaten besteht – daher kaufen wir weiterhin frisch, fair und ethisch ein.
 
Kinderarbeit
Unser Standpunkt zu Kinderarbeit deckt sich mit dem Standard der Internationalen Arbeiterorganisation (ILO – International Labour Organization). Das Mindestalter für den Arbeitseintritt sollte nicht geringer sein, als das im jeweiligen Land vorherrschende Alter, in dem man seine Schulbildung beendet. Wir bestehen darauf, dass unsere Zulieferer Kinderarbeit in keiner Form unterstützen.
 
Finde hier viele spannende Videos über den Einkauf bei LUSH: