Willkommen in Gambia!

Willkommen in Gambia!

Erlebnisbericht von Doris Trinkler

Anfang März hatte ich die wunderbare Gelegenheit, die Fresh Start Foundation Charity fsfgambia.org mit einer Reise nach Gambia zu unterstützen. Zusammen mit einem ehrgeizigen und entschlossenen Team war das Ziel, einen 1000 Meter langen Haag um die Moringa Farm zu erstellen, um die jungen Moringa Pflanzen vor den Wildtieren zu schützen. Unter der intensiven afrikanischen Sonne und in einer unglaublich freundlichen Willkommenskultur haben wir mit dem Gründer der Stiftung Lamin auch die Schule der Fresh Start Foundation besucht. Es war ein wahrhaftig unvergessliches Erlebnis und am Ende unseres Aufenthaltes haben wir alle unseren eigenen kleinen Moringa-Baum auf der Farm gepflanzt. Durch den 1.70 m hohen Zaun sind die zarten Pflänzchen nun vor dem herumschlendernden Vieh und den Ziegen geschützt.
 
Seit meiner Rückkehr gegenwärtig versuche ich, meine schönen Erlebnisse in Gambia in den Schweizer Alltag zu integrieren. Nun, am besten fange ich von vorne an:
 
Lange habe ich schon von der Fresh Start Foundation gewusst, die von Lamin und seiner Frau vor einigen Jahren ins Leben gerufen wurde. Lamin ist in Gambia aufgewachsen und hat in England Recht studiert. Und in England hat er auch seine Frau Rebecca kennengelernt. Die beiden haben nach einer Reise nach Gambia beschlossen, einen Beitrag zur Bildung der Kinder in Gambia zu leisten und sie gründeten die Fresh Start Foundation, um für eine Schule in Gambia Spenden zu sammeln. Die Schule hat am Anfang 90 Kindern, in erster Linie Waisen und Mädchen, eine Chance zur Schulbildung geboten. Im Laufe der Zeit hat sich die hohe Qualität der Schule in der Nachbarschaft herumgesprochen und immer mehr Kinder haben sich an der Schule angemeldet. Durch die steigende Anzahl Schüler*innen wurde der Ausbau der Schule notwendig und Lamin wollte im TV in der Show Deal or No Deal Geld für die Stiftung gewinnen. Leider war ihm das Glück im TV nicht offensichtlich hold, denn er gewann gerade mal £10. Allerdings hat die Verantwortliche für den Charity Pot bei LUSH Lamin am Fernsehen gesehen und kontaktiert – aus diesem ersten Kontakt ist eine langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Fresh Start Foundation und LUSH entstanden.
 
Education is the Key – Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg. Lamin ist davon überzeugt, dass die Schulbildung der Kinder der Grundstein für eine nachhaltig positive Entwicklung seines Heimatlandes ist. Bei unserem Besuch in Gambia waren knapp 400 Kinder in der Schule eingeschrieben, vom Kindergarten bis in die 6. Klasse. Die Schüler*innen besuchen den Unterricht bis um 14 Uhr und können danach in der Schulbibliothek ihre Aufgaben machen und Bücher lesen oder ausleihen. Bei unserem Besuch haben die Kinder gesungen, getanzt und uns die Schulräume gezeigt, nicht anders als bei einem Schulbesuch in der Schweiz. Die meisten Kinder sprechen gut Englisch und wickeln einem im Nu um den Finger, beziehungsweise hatte ich in Kürze an jedem Finger ein Mädchen in Schuluniform.
 
 
Im Garten der Schule wird Gemüse angepflanzt für die Mittags-Verpflegung der Schüler*innen und natürlich gibt es auch eine Reihe Moringa Pflanzen in verschiedenen Wachstumsphasen im hinteren Teil des Gartens. Leider waren die Mangos an den Bäumen bei unserem Besuch nicht reif! Im Schulgelände gibt es einen Raum mit einer Ölpresse für die Verarbeitung der Samen des Wunderbaumes Moringa. Jeder Batch der Samen wird erfasst und die Menge des gewonnenen Öles nach der Pressung gemessen und registriert.
 
Und Moringa war die Mission unserer Reise nach Gambia. Wie konnten wir das Moringa-Projekt der Fresh Start Foundation unterstützen? Unsere Mission war der Bau eines Zauns um die Farm, wo in der Zwischenzeit 6000 Moringa-Pflanzen wachsen. Die Moringa-Bäume liefern die Samen für die Herstellung des Moringa-Öls, welches von LUSH gekauft und für die Herstellung einiger LUSH Produkte verwendet wird. Mit dem Erlös aus dem Öl von 6000 Bäumen kann die Schule in naher Zukunft finanziert werden. Der Zaun schützt die jungen Pflanzen vor den Tieren, allen voran Ziegen, die immer wieder ihre Gelüste nach Grünem an den saftigen Moringa-Bäumchen gestillt haben. Doch damit ist vorerst fertig lustig. Während einer Woche und mit einem unglaublich wunderbaren und entschlossenen Team von Freiwilligen wurden 446 Pflöcke eingeschlagen, 2672m Draht durchgezogen und 1336m Zaun aufgezogen. Dafür wurden 54 Zaun-Paneele verwendet. Wir konnten auf die fachkundigen Instruktionen des Metallbauers David zählen, der uns die Grundregeln des Zaunbaus beibrachte.
 
 
Wir haben jeweils um 7 Uhr in der Früh mit der Arbeit angefangen, denn die intensive, afrikanische Sonne liess die Temperaturen gegen Mittag auf über 40 Grad angestiegen. Der jeweils aufkommende Wind am Mittag brachte nie eine frische Brise, sondern fühlte sich immer an wie ein sehr heiss eingestellter Haarfön. Die Frauen aus dem Dorf kochten für uns das Mittagessen – richtig feines Essen, das ein paar der verbrauchten Kalorien unseren geschundenen Körpern zurückgab.
 
 
Als der Zaun nach einer Woche stand, haben alle aus dem Team ihr eigenes Morina-Pflänzchen in die Erde eingepflanzt. Fünf Frauen auf der Farm sorgen dafür, dass die Moringa Bäume zweimal pro Tag gegossen werden. Mit dem Schutz vor Ziegen, Kühen und Wildschweinen werden die Moringa-Pflanzen innert zwei Jahren zu steckenartigen Bäumen heranwachsen und die Samen in den 50 Zentimeter langen Bohnen können geerntet werden. Nach der Ernte werden die Bäume auf eine Höhe von 30 Zentimetern zurückgeschnitten, sodass sie neu spriessen und neue Moringa-Samen produzieren.
 
 
Während unseres Aufenthaltes in Gambia haben wir einiges über das Leben und die Kultur in Gambia gelernt. Wir haben einen Abend mit dem Geschichtenerzähler Jali Alhagie Mbaye erlebt und dabei einiges über die Gepflogenheiten im Land erfahren. Der Geschichtenerzähler spielte auf seiner Kora, sang und erzählte dazwischen weiter die Geschichte der Kora, über einen Mann und seine geliebte Albinofrau, die sich am Ende mit den freundlichen Feen davonmachte (https://www.youtube.com/watch?v=JZf2APGxdY8).
 
Besonders beeindruckt hat mich die Erdnussmanufaktur, wo jetzt gegen Ende der Erntezeit 1750 Tonnen Erdnüsse eingelagert sind. Kein Wunder strotzen die Affen in den umliegenden Bäumen vor Energie. Sie warten geduldig, bis alle von der Anlage verschwunden sind und machen sich dann über die Berge von Erdnüssen her.
 
Doris Trinkler